Anfänge in der Blogwelt

Etwas über ein Jahr ist es her, dass hier die ersten Worte von mir aufgetaucht sind. Seitdem manchmal mehr, manchmal weniger konsistente Arbeit. Mal locker aus dem Handgelenk, die Worte wollten aus dem Kopf, und doch hat es auch manchmal Überwindung gekostet.
Überwindung? Ich wollte mich schnell und stetig verbessern, den Blog sowohl qualitativ als auch quantitativ lesenswert halten, an meinen Schwächen und Fehlern arbeiten. Hannicoco ist und war keine unwichtige Nebensache, dafür ist der Blog mir zu wichtig.
Ich würde behaupten, wir haben uns ganz schön entwickelt, mein Blog und ich.

Mit den ersten Blogschritten versuchte ich mich mit aufklärenden Beiträgen zu Veganismus und Nachhaltigkeit. Etwas, was mir sehr wichtig ist.
Dann testete ich verschiedene Schreibstils. Auch jetzt versuche ich mich noch an immer wieder neuen Themen, Beitragsarten sowie Medien. Denn die Ideen zum Leben, die ich teilen möchte, gehen weiter als diese zwei Anfangsthemen. Vielleicht war es auch mein erstes PR-Sample überhaupt, nämlich ein kleines Make Up Set von NUI Cosmetics – Wer erinnert sich noch? – welches meinen Sinn für Naturkosmetik schärfte.

Stolpersteine

Wenn man sich in die weite Welt begibt, wie ich in diesem Fall über das Netz, dann erwartet einen früher oder später Resonanz von Außen. Öfters erfährt man Support, wo man keinen erwartet hätte, aber auch Kritik, wo doch für die eigene Welt so gar nichts verkehrt war.
Es ist dabei vor allem schön, wenn man ernst genommen und akzeptiert wird. Denn konstruktive Kritik ist besser als jedes Kompliment, doch auch Komplimente können einen beschäftigen, wie die schärfste Kritik.

Bei all dem Support, den ich dankenswerter Weise in diesem ersten Jahr schon erfahren durfte, blieb doch oft ein merkwürdiges Gefühl hängen. Ich war es nicht gewohnt und erwartete nicht, dass jemand, und dann gleich noch ihr, das hier lesen würdet.
Meine ersten Schritte im Netz überhaupt und eine versuchte Professionalität neben dem Wunsch nach Authentizität. Dann war da noch ein Gefühl von Einschränkungen, weil da doch so viele Freunde und Freunde von Freunden täglich mit schauen und doch vielleicht urteilen oder beobachten oder es besser wissen. Oft blieb im Kopf ein hin und her.

Man sucht und findet Vorbilder, lässt sich inspirieren und versucht auch ganz viel nachzuahmen. Gefundene Vorbilder sind auch einzigartig gut, um sich zu vergleichen, besser gesagt: Um sich das Leben schwer zu machen. Und viel öfter als geplant, steht man da wie im Wald zwischen Tannen, die doch eigentlich Palmen sein sollen, und weiß nicht mehr, wohin die Reise denn gehen soll.

Ich fand mich also wider in einem Gedanken-Hin und Her über wichtige und gute Blogthemen, qualitative Bilder, professionelles Auftreten und Aufmerksamkeit für meine Arbeit. Manchmal denke ich sogar, ich wäre viel freier, und damit vielleicht sogar kreativer, engagierter und einfach “besser”, wenn sich niemand für all das hier interessieren würde, wenn einfach niemand lesen und damit potenziell kritisieren könnte. Dabei will ich doch kein Dummchen sein. Ich weiß doch, dass kein Stern vom Himmel fällt und sich das Leben, und man selbst gleich mit, stets verändert. Und ich weiß doch auch, dass diesen Blog vor allem ganz liebe, herzliche Menschen lesen.

Sei dein eigener Richter

Vielleicht liegt es gerade daran, dass mir bis jetzt niemand ins Gesicht gesagt hat: “Ich find’s scheiße was du machst.”, dass ich nicht glauben kann, dass es das nicht irgendeiner Weise ist.
Leider muss ich gestehen, ich würde anders posten, wenn mir die Meinung anderer egal wäre. Andere Themen, andere Überschriften, andere Bilder. Auch auf Instagram würde ich mich vermutlich anders darstellen. Anders? Alles anders?
Ich würde mich ausprobieren, noch mehr! Hätte keine Scheu über wirklich unreine Haut zu reden, wieso man manchmal lieber weniger isst als zu viel und in einem anderen Moment plötzlich lieber zu viel isst, wieso man sich manchmal gern das ganze Gesicht mit Make Up bepinseln sollte, wieso man manchmal übers Wochenende abtaucht.
Versuchen für all das Worte zu finden, was uns doch manchmal am meisten beschäftigt. Schreiben, was ich mache, denke, fühle, sehe. Ich würde gerne ausprobieren in der Instagram Story mit euch zu reden, würde gerne Fragen offener beantworten ohne zu zweifeln, wer das in welcher Weise interpretieren, speichern und mich damit belasten könnte.
Ich würde endlich ein Bild meines geliebten Spiegelei Frühstücks hochladen, mein nicht bio, nicht Fairtrade, nicht healthy Magnum vor die Linse halten. Oder auch mehr von meinem Sport oder anderen Leidenschaften zeigen, unabhängig von einem äußeren Richter. Es wäre mir egal, was jemand von meinen Bildern hält, ob man(n) denkt, ich stelle gerade ein bestimmtes Körperteil zur Schau und warte auf eine entsprechende Aufmerksamkeit. Es wäre  mir plötzlich egal, was Freunde von Freunden über Bilder und meine Entwicklung schlussfolgern.

Ich wäre mehr ich und weniger, wie ich denke, dass hannicoco.de gemocht wird.
Das ist ein Wunsch und zugleich ein Ziel für mich und diesen Blog. Und nun werde ich mich Schritt für Schritt von diesen Ängsten und Erwartungen anderer befreien. Denn ich selbst mag echte Blogs von echten Menschen doch am liebsten.
Dies ist meine kleine Hätte-Hätte-Fahrradkette Geschichte und hilft mir, und auch dir, zu sehen, dass man vor allem sich selbst gefallen muss. Bleib stehen, wann du möchtest. Geh weiter und renn an den anderen vorbei, wenn du möchtest.

Es wird noch so schön werden. Mein Blog, von einem Menschen für einen Menschen, wie ich sie beide mag.

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