Kolumne, Nachhaltigkeit

Spanien – meine zweite Heimat

Seit gestern bin ich wieder hier. Spanien. So ziemlich jedes Jahr zieht es mich für mindestens einmal hier her. Bestimmt liegt das auch daran, dass es bequem für mich ist, da zum einen meine Tante samt Familie in Barcelona wohnt und zum anderen die Familie meines Freundes ein Haus an der Costa Brava hat. 

Es erfordert also nicht nur wenig Planung und Kosten, sondern liegt es auch am Herzen hier her zu kommen. 

Ans Reisen bin ich gewöhnt. Andere Sprachen, Kulturen und Temperaturvehältnisse machen mir nicht so viel aus. Es bereitet mir wirklich Freude für ein paar Tage oder Wochen in eine andere Welt abzutauchen. 

Dennoch bedeutet es auch immer eine Umstellung meines persönlichen Lifestyle. 

Wie Ihr schon in einem meiner letzten Blogposts (LINK) lesen konntet, ist mir Nachhaltigkeit wichtig geworden. Besonders im Alltag fällt es mir schwer, nicht über die Auswirkungen meines Handelns nachzudenken. 

Gestern kamen wir also an und sind zuerst einkaufen gegangen. 

Ich bin in den Supermarkt herein gelaufen mit der festen Überzeugung, dass ich wenig bis gar kein Plastikmüll mit meinem Einkauf erzeugen werde. Pustekuchen, das war nichts. 

Wir schleppten mehrere 5L Wasserflaschen (aus Plastik, Glas gibt es hier nur als überteuertes Luxuswasser), Gemüse und Obst in Plastik. 

Auf der einen Seite hatte ich meine unzähligen Papier- und Stoffbeutel daheim vergessen und auf der anderen Seite wollten wir einen Großeinkauf für die ganze Familie machen. Dieser sollte für mehrere Tage reichen. 

An diesem Punkt stand ich einer Entscheidungsmöglichkeit gegenüber: Benzinverbrauch für mehrere Autofahrten vs. einmal Plastiktüten. 

Normalerweise nehme ich die Tomaten, Gurken und Zwiebeln einzeln aus den Regalen und fülle sie in meinen Einkaufskorb. Dort lasse ich mich dann (meistens) komisch angucken, weil die nette Verkäuferin die Tomaten alle mit zwei Händen zusammenhalten muss, damit sie nicht von der Waage purzeln. Sind nun mal in keiner Plastiktüte zusammengehalten. Dann stecke ich alles in meine mitgebrachte, große Einkaufstüte. 

Das war also auf Grund der Masse auch nicht machbar. 

Ich ärgerte mich darüber. Darüber, dass mein Wunsch nach frischem Obst, ungechlortem Wasser und Sojajoghurt so groß war, dass ich die Umwelt hinten angestellt habe. Darüber, dass mein veganer Lebensstil mittlerweile, zumindest in Deutschland, anerkannt ist. Essen aus Plastik darf ich aber nicht ablehnen, ich habe mich ja schon gegen genug andere Dinge des Supermarkt Angebots entschieden. Vegan sollte ja erst mal genug sein. 

Da Ärger unnötiger Stress für den Körper ist, genoß ich ziemlich schnell wieder mein Urlaubsleben. 

Heute bei einem Lauf durch den naheliegenden Pinienwald musste ich dann an großen Müllsäcken vor nicht so großen Häusern vorbei. Die Cola-Dose und Chipstüte im Wald waren dann der Auslöser, weshalb ich jetzt hier sitze und schreibe.
Ich bin vegan, damit tue ich schon viel gutes. Ich brauche mich nicht zu stressen und mehr abzulehnen als meinem eigenen Körper, physisch als auch psychisch, gut tut.

Aber ich will es verbessern, weil ich nicht wegschauen und ignorieren kann. Ich werde mein Verhalten gegenüber Plastik noch mehr verbessern. Das gehört für mich zu meiner persönlichen Weiterentwicklung in meinem Leben dazu. 

(Fortsetzung zu dem Thema „Plastik“ folgt“)

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